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Bauchspeicheldrüse

Die Bauchspeicheldrüse (medizinisch: Pankreas) ist eins der zentralen Organe im Zusammenhang mit der Verdauung. Sie schüttet ihre Produkte kurz hinter dem Magenausgang in den Darm aus.

Die Aufgaben der Bauchspeicheldrüse

Die hauptsächliche Aufgabe der Bauchspeicheldrüse ist es, Säfte, Enzyme und Hormone für die Verdauung bereit zu stellen.

Zuerst muss der sehr saure Nahrungsbrei, der den [[Magen]] verlässt, wieder neutralisiert werden. Das ist notwendig, weil die meisten im Darm wirkenden Enzyme in saurer Umgebung inaktiv sind und erst bei ausreichend neutraler Umgebung arbeiten können.

Proteinverdauung

Proteine - also Eiweiße - werden schon im Magen von dem Enzym Pepsin zerlegt.

Man kann sich das ein bisschen vorstellen, wie ein wirres Wollknäuel. So ein Protein ist im Grunde ein langer Faden mit vielen winzigen Perlen, der vielfach in sich verschlungen ist. Durch die Magensäure wir dieses lose Knäuel durcheinander gebracht und verzwirbelt.

Das Pepsin kann man sich dann wie eine Schere vorstellen, die relativ zufällig irgendwo in dieses Knäuel schneidet und es damit in kleiner Stücke zerlegt.

Von der Bauchspeicheldrüse werden dann weitere Enzyme ausgeschüttet, die nach dem Magen auf den Nahrungsbrei wirken.

Die kleineren Knäuel werden dabei von Endopeptidasen weiter in kleinere Stücke zerschnitten. Und ein anderes Enzym fängt schon an, an den herausstehenden Enden jeweils einzelne Stücke abzuschnippeln. Dabei fällt dann jeweils eine einzelne Perle ab - das ist dann eine Aminosäure.

Die Aminosäuren werden im Dünndarm dann wieder aufgenommen und entweder als Bausteine für neue Proteine genutzt oder für die Energiegewinnung weiter zerlegt.

Fettverdauung

Die Verdauung der Fette beginnt ebenfalls schon im Magen mit dem Enzym Lipase.

Weitere Lipase wird dann auch von der Bauchspeicheldrüse produziert, während der Gallensaft dafür sorgt, dass das eigentlich wasserabstoßende Fett, wasserlöslich wird. Das ist notwendig, damit es im Organismus überhaupt transportiert werden kann.

In der Wand des Dünndarms wird das Fett dann weiter zerlegt in kurze und längere Fettsäureketten. Die kürzeren werden dann über die Pfortader zur Leber transportier. Dort bilden sie die Energiereserve des Körpers. Die längerkettigen Fettsäuren (Triglyceride) werden direkt ins Lymphsystem eingespeist, wo sie sofort für den Energiestoffwechsel zur Verfügung stehen.

Kohlehydratverdauung

Kohlehydrate werden bei Hund und Katze erst im Darm verdaut. Und hier gibt es einen wesentlichen Unterschied. Während die Bauchspeicheldrüse des Hundes Amylase bilden kann, fehlt dieses bei der Katze fast vollständig.

Amylase ist das Enzym, das Stärke in kleinere Bestandteile zerlegt. Dabei kann die Amylase des Hundes kleinere Stärkeeinheiten wie zum Bespiel aus Getreide recht gut zersetzen, während langkettige Stärke wie in Kartoffeln in rohem Zustand fast unangegriffen bleibt.

Hormonelle Steuerung

Außerdem sind im Saft der Bauchspeicheldrüse einige Hormone enthalten, die steuernd auf die weitere Verdauung einwirken.

Über Rückkopplungsmechanismen beeinflussen sich die Darmflora und die Bauchspeicheldrüse gegenseitig. Daher kann eine aus dem Lot geratene Darmflora auch negative Auswirkungen auf die Bauchspeicheldrüse haben. Umgekehrt zieht nicht so selten ein Problem der Bauchspeicheldrüse auch ein Ungleichgewicht der Darmflora nach sich.

Erkrankungen

Die beiden häufigsten Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse sind die Bauchspeicheldrüsenentzündung und die Exokrine Pankreasinsuffizienz (EPI). .

Anders als beim Menschen kann man bei einem gesunden Hund eine Bauchspeicheldrüsenentzündung nicht durch zu viel Fett im Futter auslösen. Bis zu 10g pro kg Gewicht werden problemlos verdaut. Für einen 25kg schweren Hund wären das also bis zu 250g pro Tag!

Eine Exokrine Pankreasinsuffizienz (EPI) kann aus einer vorherigen Bauchspeicheldrüsenentzündung hervor gehen. Da eine Bauchspeicheldrüsenentzündung oft unbemerkt bleibt, vermute ich sogar, dass das in den meisten Fällen der Fall ist. Hier ist die Funktion der Bauchspeicheldrüse dauerhaft beeinträchtigt, so dass die Verdauung nur unzureichend erfolgt.

Ableitungen für die Ernährung

Eine gesunde Bauchspeicheldrüse ist sowohl an der Verdauung von Proteinen, Fetten als auch Kohlehydraten beteiligt. Die Verdauung von Fetten kann zum Teil vom Dünndarm übernommen werden. Während die Verdauung von Proteinen und Kohlehydraten auf eine funktionsfähige Bauchspeicheldrüse angewiesen ist.

Da Darmflora und Bauchspeicheldrüse sich gegenseitig beeinflussen, kann sich eine kohlehydratreiche Ernährung negativ auf die Bauchspeicheldrüse auswirken, indem die Zusammensetzung der Darmflora sich verändert.

Auch andere Aspekte, die auf die Darmflora einwirken, können die Bauchspeicheldrüse stören. Besonders sind dabei eine nicht ausreichende Verdauung im Magen und ein zu hoher Bindegewebsanteil zu nennen. Wenn die Nahrung zu schnell den Magen passiert, zum Beispiel bei gewolftem Fleisch, ist es möglich, dass Bakterien im Darm noch Nahrung bekommen, die da eigentlich nicht hin gehören. Auch wenn der Bindegewebsanteil sehr hoch ist - zum Beispiel wenn viel Haut oder Fell oder Horn verfüttert wird - landen im Darm Nahrungsbestandteile, die dort Bakterien füttern, die eher ungünstig sind.