Birkenzucker (Xylit)
Birkenzucker (Xylit) wird inzwischen häufig als Ersatzstoff für Zucker genutzt. Leider ist er für Hunde hoch gefährlich.
Schon ab 30mg pro kg Körpergewicht kann es gefährlich werden. Bei einem 25kg schweren Hund sind das also 0,75g. Ein einfaches Bonbon kann schon 5g enthalten!
Und bei einem typischen Kuchenrezept mit 200g Birkenzucker sind es pro Kuchenstück ungefähr 15g!
Das Problem mit Xylit ist, dass es bei Hunden eine sehr starke Insulinausschüttung auslöst und dadurch der Blutzucker dramatisch abfällt. Das bringt aber alle Körperzellen in Probleme, die auf eine regelmäßige Energieversorgung über diesen Blutzucker angewiesen sind: Hirn, Herz, alle Muskeln und wichtigen Organe.
Vergiftungserscheinungen
Die ersten Symptome sind Erbrechen und schnelle Verschlechterung des Zustands. Meist kommt noch Apathie oder Zittern hinzu. Auch der Puls kann deutlich erhöht sein.
Wenn der Blutzucker weiter absackt, kommt es binnen weniger Stunden zu Koma und dann auch Kreislaufversagen.
Aber auch wenn der Blutzuckerspiegel nicht in dramatische Bereiche fällt, kann es zu Leberversagen oder lebensbedrohlicher Anämie kommen.
Gegenmaßnahmen
Wenn man den Verdacht hat, dass der Hund etwas mit Birkenzucker gefressen haben könnte, sollte man schnellstmöglich eine Tierarztpraxis aufsuchen. Am besten jemanden beauftragen währenddessen telefonisch anzukündigen und den Verdacht mitzuteilen.
Die tierärztliche Behandlung wird vor allem aus der sofortigen Gabe von Glukose bestehen um den Blutzuckerspiegel zu stabilisieren.
Sofern die Aufnahme noch nicht zu lange her ist und der Hund noch bei Bewusstsein, kann auch ein Erbrechen ausgelöst werden oder Aktivkohle gegeben werden (nicht selbst versuchen!)
Außerdem muss die Leber geschützt werden und da es zu einer Blutarmut kommen kann, ist evtl. auch die Gabe von Blutplasma notwendig.
Vorsichtsmaßnahmen
Das einfachste ist natürlich, wenn man erst gar nichts mit Xylit im Haus hat. Dazu muss man beim Einkaufen aufpassen. Neben zuckerhaltigen Süßigkeiten kann Xylit auch in Backwaren, Zahnpasta (!) oder zuckerfreien homöopathischen Globuli enthalten sein. Weitere Namen sind Eutrit, Kannit, Klinit, Newtol, Xylite, Torch und Xyliton.
Wenn man Birkenzucker verwenden möchte, sollte dieses für den Hund unzugänglich aufbewahrt werden und natürlich auch die Produkte, die man damit hergestellt hat.
Weil man leicht übersieht, dass Xylit enthalten ist, sollte man auch niemals Zahnpasta für Menschen beim Hund verwenden - besonders nicht bei kleinen Hunden.
Quellen: https://www.vetpharm.uzh.ch/clinitox/toxdb/KLT_086.htm
Acute Hepatic Failure in a Dog after Xylitol Ingestion (J Med Toxicol)